Die Kupferhäuser, ein besonderes Kapitel jüdisch-deutscher Industriegeschichte

 

Ende der 20er Jahre entstand in den HKM nicht zuletzt unter dem Einfluss der durch die Wirtschaftskrise hervorgerufenen Umsatzeinbrüche die Idee, ein Fertighaussystem unter Verwendung von Kupfer zu entwickeln.

1929 wurde die Abteilung Kupferhaus gegründet, 1930 bereits die Zulassung für die Kupferhaus-Bauweise für den Wohnungsbau erteilt.

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Vorerst wurde unter der Leitung der Ingenieure Förster und Krafft, später dann unter Mitwirkung des Bauhaus-Architekten Walter Gropius ein Haus mit bemerkenswerten Eigenschaften entwickelt: Der Aufbau erforderte wenige Arbeitskräfte nur einen Tag an Zeit, zudem wies auch die ausgeklügelte Wandkonstruktion mit lediglich 10 cm dicken Blechkammern, die  gleichen Isolationswerte wie eine 220cm dicke Ziegelwand auf. Das entspräche damit selbst heutigen Anforderungen.

In den 30er Jahren konnten etliche dieser Häuser als „Gepäckstück“ unter Umgehung von Reichsfluchtsteuer und Devisenbestimmungen nach Palästina ausgeführt werden. Damals lag das Bestreben der Nationalsozialisten Deutschland „judenrein“ zu machen noch in der Vertreibung und nicht in der Vernichtung.

Tatsächlich stehen heute noch etliche dieser Häuser in Israel. In Finow stehen noch fünf der Musterhäuser zwischen der Messingwerk-Siedlung und dem Altwerk.