HKM Hirsch Kupfer- und Messingwerke

1853 wurde das Messingwerk von der Halberstädter Firma Aron Hirsch & Sohn aufgekauft, bereits seit Langem bedeutende Metallhändler. Erneut wurde modernisiert und bald auch erweitert: der Deutsch-Französische Krieg brachte ab 1871 umfangreiche Bestellungen an Rüstungsgütern.

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Das jüdische Familienunternehmen wird bald zu einem weltweit agierenden Handelsunternehmen. Gustav Hirsch zählt zu den international renommiertesten Wirtschaftsgrößen seiner Zeit. Der inzwischen in „Hirsch Kupfer- und Messingwerke“, kurz: „HKM“, umbenannte Betrieb in Finow hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereits 1000 Beschäftigte.

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Der jüdische Glauben gewann – obwohl auf die Leitungs- und Angestelltenebene beschränkt – in Messingwerk an Bedeutung. So wurden ein Betsaal und eine Schule eingerichtet. Zugleich wurde Messingwerk zu einer Vorzeigeeinrichtung sozialen Wirkens eines Unternehmers: Es gab eine Betriebskrankenkasse, Werkswohnungen und Stipendien, die  jüdischen wie nicht-jüdischen begabten Kindern eine höhere Schulbildung ermöglichten

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Die nächste Hochphase der Produktion in Messingwerk war der 1. Weltkrieg. Die HKM beschäftige 2400 Arbeiter. Das Neuwerk, heute bekannt als „Walzwerk Finow“ und die Erweiterungen der Messingwerk-Siedlung wird unter der Leitung von Mebes und Emmerich gebaut.

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Es entstehen u.a.  eine sozialreformerische Werkssiedlung und der Wasserturm, der bis heute das Wahrzeichen Finows ist.

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